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Elternfehler in der Pubertät: So reagieren Kinder manchmal extrem

Die Pubertät stellt Eltern vor große Herausforderungen. Hier sind sieben häufige Fehler, die dazu führen können, dass dein Kind extrem reagiert. Ein kritischer Blick auf elterliches Verhalten kann helfen, die Beziehung zu verbessern.

Von Anna Müller13. Juni 2026, 15:193 Min Lesezeit

STUTTGART, 13. Juni 2026Eigener Bericht

Die Pubertät ist eine knifflige Phase im Leben eines jeden Kindes und gleichsam für Eltern ein wahres Minenfeld. In dieser Zeit suchen Jugendliche ihren Platz in der Welt, stellen alles in Frage und entwickeln oft ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Autonomie. Doch manchmal können elterliche Reaktionen genau das Gegenteil bewirken und Kinder zum Ausrasten bringen. Hier sind sieben Fehler, die häufig vorkommen und die Beziehung zwischen Eltern und Kindern belasten können.

Einer der häufigsten Fehler, den Eltern machen, ist Überbehütung. Während es durchaus verständlich ist, dass Eltern ihre Kinder vor den Herausforderungen des Lebens schützen möchten, kann übermäßige Kontrolle den gegenteiligen Effekt haben. Wie oft haben Eltern Angst vor den Risiken, die mit dem Erwachsenwerden einhergehen? Doch zu viel Aufsicht kann dazu führen, dass Jugendliche das Gefühl haben, nicht ernst genommen zu werden. Anstatt zu unterstützen, setzen sich Eltern mit diesem Verhalten selbst ins Abseits.

Ein weiterer häufiger Fehler ist das Verharmlosen von Problemen. Wenn Eltern die Herausforderungen, die ihre Kinder in der Schule oder im Freundeskreis erleben, als „normale“ Phasen abtun, kann das für Jugendliche sehr frustrierend sein. Warum wird nicht ernst genommen, was ihnen wirklich Sorgen bereitet? Diese Ignoranz kann nicht nur zu Konflikten führen, sondern auch dazu, dass Kinder sich von ihren Eltern entfremden. Hier stellt sich die Frage: Wie wenig Empathie ist wirklich zu viel?

Kritik ist ein weiteres zweischneidiges Schwert. Eltern neigen oft dazu, ihre Kinder zu kritisieren, ohne konstruktives Feedback zu geben. Kinder in der Pubertät sind besonders sensibel für negative Rückmeldungen. Statt das Verhalten zu beleuchten, wird oft die gesamte Person in Frage gestellt. Was bleibt da von einem positiven Selbstwertgefühl übrig? Wie oft hört ein Jugendlicher die Worte „du bist faul“ oder „immer bist du so unordentlich“? Solch eine Haltung kann schnell zu einer Abwehrreaktion führen.

Das Ignorieren von Selbstständigkeit ist ein weiterer Fehler. Während Eltern das Bedürfnis ihrer Kinder nach Selbstständigkeit verstehen sollten, kann es für Jugendliche frustrierend sein, wenn sie nicht die Freiheit bekommen, eigene Entscheidungen zu treffen. Wo bleibt der Raum für das Ausprobieren und Scheitern, wenn Eltern immer wieder eingreifen? Diese Frage wirft den Verdacht auf: Wie viel Kontrolle ist angemessen und wo beginnt das Eingreifen ins Leben?

Beziehungspflege ist entscheidend, und ein häufiges Versäumnis besteht darin, Zeit mit den Kindern zu verbringen. In einer Welt voller Ablenkungen kann es leicht passieren, dass Eltern die gemeinsamen Momente vernachlässigen. Doch ohne eine starke Bindung werden Missverständnisse und Spannungen zwischen Eltern und Jugendlichen nur zunehmen. Wie oft sitzen Eltern und Kinder wirklich zusammen und tauschen sich aus? Ist es nicht essentiell, diese Verbindung aktiv zu fördern?

Neben diesen Fehlern gibt es auch das Phänomen des Vergleichs. Wenn Eltern anfangen, ihre Kinder mit anderen zu vergleichen, kann das für die Jugendlichen äußerst schädlich sein. „Sieh dir deinen Freund an, der hat viel bessere Noten“ kann schnell zu einem Gefühl der Unzulänglichkeit führen. Warum sollten Kinder sich nicht wertgeschätzt fühlen, auch wenn sie nicht den Erwartungen ihrer Eltern entsprechen? Diese Vergleiche schüren nicht nur Konflikte, sondern können auch negative Auswirkungen auf das Selbstbewusstsein haben.

Schließlich ist da noch die Frage der Kommunikation. Ein häufiges Missverständnis ist, dass Eltern oft nicht richtig zuhören. Wenn Eltern beim Reden mit ihren Kindern mehr darauf bedacht sind, ihre eigenen Ratschläge zu geben, als wirklich zuzuhören, entsteht schnell das Gefühl, dass die Gedanken und Gefühle der Kinder nicht wichtig sind. Was bleibt von einer offenen Kommunikation übrig, wenn der Gesprächspartner nicht zuhört?

Die Pubertät ist eine herausfordernde Zeit für alle Beteiligten. Indem Eltern sich der genannten Fehler bewusst werden, können sie nicht nur ihre eigene Perspektive hinterfragen, sondern auch aktiv an einer besseren Beziehung zu ihren Kindern arbeiten. Ob das nun ein stärkeres Verständnis und mehr Respekt zur Folge hat, bleibt abzuwarten, doch die Mühe lohnt sich. Es erfordert Mut, das eigene Verhalten zu reflektieren und gegebenenfalls zu ändern — aber vielleicht ist es genau das, was notwendig ist, um harmonische Beziehungen in dieser turbulenten Phase zu fördern.

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